Freitag, 25. April 2014

Warez Epub gegen Warez Mobi = 7:1

Wir haben die Spiegelliste parallel in Epub und Mobi angeboten und festgestellt, dass Epub 7 mal häufiger gefragt wird als Mobi. So weit ich weiß, bietet niemand in Deutschland beide Formate gleichzeitig an. Es war also ein Erstversuch mit überraschendem Ergebnis.

Nun ließe sich einwenden, dass Amazon-Kunden diese Epubs ja konvertieren können. Schön und gut, aber warum dann überhaupt erst einen Kindle Reader kaufen? Wenn ich hauptsächlich Warez Ebooks lesen will, kaufe ich direkt einen Tolino oder Kobo. Das überzeugt mich also nicht. Ich gehe davon aus, dass nur sporadisch konvertiert wird.

Viele Nutzer werden zwei oder drei Reader haben, könnte man einwenden. Ich denke aber ehrlich nicht, dass sie aus unterschiedlichen Lagern stammen. Das wäre einfach zu umständlich. Es handelt sich wohl nur um alte und neue Modelle.

Warum also gehen die Amazonkunden nicht zu den Buchpiraten?

Es wird immer gesagt, dass Amazon so kundenfreundlich ist. Das mag für die Anfangszeit stimmen, als Thalia und Weltbild mit wenigen Mitarbeitern rumprobiert haben. Heutzutage sehe ich keinen Unterschied mehr.

Auch der Kindle Reader ist nicht mehr überlegen. In jedem Fall ist der Unterschied zum Kobo oder Tolino marginal. Gelegentliche Preisaktionen gibt es auf beiden Seiten. Auch darin kein Unterschied. DRM gibt es hier wie dort. Spyware ist ein Kindle Reader eher noch als ein Tolino.

Fazit: Niemand wird aus diesen Gründen auf Warez Ebooks verzichten und sich einen Kindle Reader zulegen. Nein, es muss am unterschiedlichen Angebot liegen, denn nur dort sehen wir einen sehr deutlichen Unterschied.

Die augenblicke Top10 bei den Kindle Ebooks hat einen Durchschnittspreis von € 3,58 (Durschnitt der Buchreport Hardcover Top10: € 20,70). Es ist überhaupt nur ein Verlagstitel in der Kindleliste dabei (Heike Abidi für € 8,99), bei den Top20 nur drei Verlagstitel - alle anderen 17 Titel sind von Amazon Media.

Amazon macht seinen Nutzern ein so attraktives digitales Angebot, dass ein Daueraufenthalt bei den Buchpiraten uninteressant wird.

Nur mal als Beispiel: 6 der 10 Titel sind ausleihbar. Dadurch sinkt der ohnehin schon niedrige Durschnittspreis noch einmal deutlich. Ich kann für € 18,00 die gesamte Top10 lesen, wenn ich die ausgeliehenen Titel tausche. Lese ich jeden Tag ein Buch, dann bin ich mit € 1,80 dabei! Das ist grob geschätzt ein Zehntel (!!) von dem, was ich bei der Thalia bezahle.

Ganz ehrlich, wenn ich für € 1,80 einen Tag lang lesen kann, dann brauche ich nicht zu den Buchpiraten zu gehen - jedenfalls nicht des Preises wegen. Und genau da - denke ich - haben wir die Erklärung dafür, dass für Amazon (und seine Kunden) die Buchpiraterie keine Rolle spielt.

Und sagen wir mal so: Falls die Buchpiraterie als Problem angesehen wird, dann haben die Verlage ein Problem. Und sagen wir mal anders: Das Problem wird nicht kleiner dadurch, dass der größte Konkurrent kein Problem hat!

Und falls die Buchpiraterie mit dem Verschwinden des Buchhandels und der Papierbücher als existenzbedrohendes Problem angesehen wird, dann braucht Amazon nur auf einem Bänkchen in der Sonne zu sitzen und zu warten, bis die Buchpiraten die Autoren von den Verlagsbäumen geschüttelt haben.

Schlicht gesagt: Die Zeit läuft ... Entweder schalten die Verlage die Buchpiraterie aus oder sie falten die Preise für ihre Ebooks auf ein Zehntel.

Realistisch betrachtet sieht es nach einem Preissturz oder einem Insolvenzfall aus.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich muß widersprechen, mich als Beispiel: ich nutze einen Kindle, weil es für mich der beste Reader war/ist (hab beim Kauf vor ca. 2 Jahren alle Reader probiert, der Kindle hat gewonnen, Geschmackssache). Ich nutze das Kindle als reinen "Warez-Reader". Die Shops (aller Readeranbieter) interessieren mich nicht.
Wenn es mobi gibt, lad ich mobi, sonst epub --> Calibre, fertig.
Eigentlich alle die ich kenne machen es so.
Warum das Verhältnis epub/mobi 7:1 ist, kann man damit sicher nicht erklären. Aber aus dem Verhältnis zu schließen, dass von Kindle-Nutzern nur sporadisch konvertiert wird, bzw. das Amazonkunden (= Kindle-Nutzer?) nicht zu den Buchpiraten gehen ist daraus nicht abzuleiten.
Zum Argument mehrere Reader: halte ich für wichtigen Aspekt, viele lesen auf Tablet/Handy und Reader (nicht auf verschieden alten Modellen einer Readersorte), da ist epub praktischer.
Grüße

Neugieriger hat gesagt…

Sehe ich ähnlich, wobei die Kindlenutzer sicher weniger Piratenware nutzen als andere.
7:1 ist aber nicht reell. Eher Richtung 3:1.

Ich habe auch in der Familie 5 Kindle im Umlauf, alle werden mit befreiten Büchern per Calibre beschickt und sind auch nur zu dem Zweck gekauft worden.
Weil die Geräte einfach gut sind. Und evtl. lade ich trotzdem weiter epubs.....aus Gewohnheit und für die 2 Bekannten mit Kobo....

Anonym hat gesagt…

Ich besitze nur Kindle-Reader, aber sammle nur epubs. Zwei Formate zu sammeln macht keinen Sinn, da ich sowieso alle Dateien schon wegen der Cover-Darstellung auf dem Kindle Paperwhite erst durch Calibre jagen muss.

Anonym hat gesagt…

Tolino oder Kobo sind heute das Mittel der Wahl, seinerzeit war es der T1 (mit einschlägigen Problemen nach Ablauf der Gewährleistung, übrigens).

Calibre wäre mir schon zuviel Aufwand; laden und lesen ist die Devise. Obwohl, wäre vielleicht ein interessantes Crowd-Projekt, die 50k Bibliothek für Calibre zu verschlagworten und einzupflegen.

7:1 klingt plausibel; Amazon macht es seinen Kunden einfach. Der Preis dafür ist allerdings vollständige Transparenz. Der Vorteil des Kindle für Warez-epubs erschließt sich mir bislang nicht. Ist das nicht nervig, jede Woche Bücher nach Mobi zu konvertieren?

SonyUser hat gesagt…

Wir hatten eine Kindle in der Familie, und einen Sony T1. Mittlerweile haben wir keinen Kindle mehr, da er bald einmal den Geist aufgegeben hatte, dafür zusätzlich den Sony T2 und seit letzte Weihnachten auch den T3. Der T1 läuft immer noch einwandfrei.

Bin also überzeugter Sony-User, und mit den epubs bestens bedient. Das Format ist transparent, da auf HTML-Technik aufbauend, und von daher für mich optimal.

Spiegelbest hat gesagt…

@Neugieriger 25. April 2014 12:39

Ich schätze auch, dass das Verhältnis niedriger ist. Wir machen das Angebot zum ersten Mal, ohne es groß anzukündigen. Aber selbst ein Verhältnis von 3:1 wäre bemerkenswert, da ja die Reader in etwa 1:1 verteilt sind.

Anonym hat gesagt…

Kindle-User - und weit und breit im Umfeld ebenfalls so gut wie nur Kindle-User (Quote 8:1 - und der :1 Fall ist ein Nook - was auch eher ein Exot in Deutschland sein dürfte)

Warum - weils zu dem Zeitpunkt, als ich gekauft habe (bzw. aus den USA mitbringen ließ, weil in D noch gar nicht verfügbar) der erschwinglichste Ebook-Reader war, der ein Display in einer vernünftigen Größe hatte.

Sony kostete damals doppelt so viel und der Buchkauf war höchst umständlich, weil Sony in Deutschland einfach keine vernünftige Shopanbindung auf die Beine gekriegt hat.

Ich lade auch Epub - warum sollte ich beides laden - die Sachen sind doch ruckzuck in Calibre konvertiert.

Nachdem ich auch wirklich nur lese und nichts anmerke, markiere oder sonstwas hab ich auch kein großes Problem, wenn bei der Konvertierung mal ein gestalterisches Merkmal verloren geht.

Anonym hat gesagt…

Bei uns ist das Verhältnis 1:1.
Zwei Kindle und zwei Sony. Ich brauche noch nicht einmal die epub im Vorfeld konvertieren, da fragt Calibre nach, wenn ich den Titel auf den Kindle spielen möchte. Die Kindle-Leihbücherei gibt leider nur ein Buch pro Monat, damit geht also die Rechnung mit den Top 10 nicht ganz auf.

Anonym hat gesagt…

Ich hätte da noch einen anderen Ansatz, warum trotz Kindle epub gelesen wird.

Ich z. B. habe einen Kindle Fire. Und dem ist es egal, welches Format das ebook hat. Und das, ohne das ich irgendetwas in was auch immer konvertieren muß. Als Lese-App Moonreader und damit wird das Problem komplett ausgeschaltet.

Wenn dieser Kindle dann auch noch gerootet und mit einem vernünftigen Android versehen ist (wie meiner), dann sind sönstige Kindle-Krankheiten ebenfalls behoben.

Bei dem reinen ebookreader, ob nun einfach oder Paperwhite geht das zwar nicht. Aber die Besitzer andere Kindle-Sorten haben vllt. ebenfalls festegestellt was geht und was nicht.

Neugieriger hat gesagt…

"Andere Kindle-Sorten" UNGLEICH ebook-reader.

Von daher nicht wirklich zielführend.

Anonym hat gesagt…

Epub ist einfach das Ausgangsformat der Verlage und damit der Qualitätsstandard. Würde ich das mit der Musikindustrie vergleichen: Bei den Verlagen erhalte ich "lossless" bei Amazon nur "mp3"

Bei Amazon würde ich nur noch kaufen, was ich nur dort bekommen kann - also die hauseigenen Titel. Kein Grund also, sich darüber hinaus mit Amazon-Formaten herumzuschlagen ...

Als Reader nutze ich kindle und tolino, den Rest erledigt Calibre ...