Freitag, 25. April 2014

Der Gutenberg-Report 3.5

Manuel Bonik (Journalist) und Dr. Andreas Schale (Physiker) haben einen neuen Report über die Buchpiraterie in D und Welt herausgebracht -> Link.

Das Cover des Reports ist trostlos. Ein Fahrradsattel als Maske? Wie tot ist ein toter Dadaismus? In welcher vergessenen Stadt heißt eine Kneipe 'Kalle'?

Bemerkenswert finde ich, wie wenig Beachtung dieser Report findet. Er ist sicherlich kenntnisreich und schlüssig. Die Buchleute haben das Interesse am Thema Buchpiraterie scheint's völlig verloren.

Wir können froh sein, dass die Abuser uns nicht vergessen haben, denke ich manchmal. Sie bräuchten uns, die echten Buchpiraten, eigentlich nicht. Es würde von den Buchleuten niemand merken, wenn sie abusen würden, ohne zu abusen. Es ist sinnlos, lästig und kann nicht kontrolliert werden.

Aber wer weiß, vielleicht haben sie es schon eingestellt. Nur noch ein paar herrenlose Scripte unterwegs und Lysander-Lul.

Jedenfalls erscheint der Report weiterhin. Ein schöne Tradition.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Nach dem ich den gesamten Bericht gelesen habe frage ich mich "und?". Statistiken stimmen nicht, wissen wir - traue niemals einer Statistik die du nicht selbst gefälscht hast. Angeblich lesen Menschen eBooks auf dem Bildschirm :D ist wohl ein Scherz und kommt davon, wenn Menschen nicht unterscheiden zwischen: ich lade ein eBook auf den PC und von dort überallhin oder ich lade es auf den PC und werde den Flachbildschirm ins Bett oder die Badewanne mitnehmen....Eigentlich zeigt sich an der Studie gut, wie einfach man Statistiken durcheinander bringen kann :). Den auch ich lade eBooks zuerst immer auf den PC. Egal ob legal gekaufte, die ich dann zuerst noch umwandeln muss oder eBooks aus Filesharing. Kurz und gut, der große Bruder weiss nicht alles und ist leicht zu verwirren.
Es gibt auch sicherlich Zeitgenossen die ihren eReader im Urlaub gekauft haben, oder gar nicht in Deutschland leben und und und

Anonym hat gesagt…

Nicht PC, sondern Laptop.Durch die Mobilität ist Lesen in alle Positionen möglich. Dazu der große Desktop.

Manuel Bonik hat gesagt…

Der Schwerpunkt unserer Studien liegt auf wissenschaftlicher Fachliteratur, die unter Piraterie am meisten leiden dürfte. Und sie dürfte überwiegend auf PC gelesen werden, weniger auf Readern, weil die Leute (Studenten z. B.) mit diesen Büchern ja tatsächlich arbeiten.

Manuel Bonik hat gesagt…

Im übrigen ist mein Eindruck auch der, dass die Verlage die Problematik einfach verdrängen. Soviel Freudianer darf man schon sein zu vermuten, dass das auf Dauer nicht gesund ist.

Nucknuck hat gesagt…

Fachliteratur wird tatsächlich viel am PC gelesen. Aktuell nehmen die Tablets zu. Viele wünschen sich 12-14 Zoll Tablets da die für sowas (PDF`s) besser geeignet sind. Zur Entwarnung der Verlage kann gesagt werden das viele wenn sie später richtig Geld verdienen (das jeder der studiert hat zu Geld kommt ist allerdings leider ein Mythos :-) ) einen Teil der benötigten Werke kaufen, einfach um keinen Ärger zu bekommen (auf einer Fachtagung mit geklauten Papers aufzutauchen ist einfach nicht gut > nicht alle lieben sich dort).
Viel schlimmer für die Wissenschaftsverlage ist aus meiner Sicht, langfristig gesehen Open Access.

PS:
Das bezieht sich auf mein Umfeld (welches ja nach Herrn Elbels Meinung nicht relevant ist ;Grins).
Wie das allgemein aussieht ???

Anonym hat gesagt…

Gutenberg 3.5 - Ebook-Piracy Report 22.5.2015 - Ebook Piraterie in Deutschland und International

<<< XD 22.05.2015 *gg* (Manuel Bioniks abuse-Seite wo man den Bericht downloaden kann )

Anonym hat gesagt…

"Der Schwerpunkt unserer Studien liegt auf wissenschaftlicher Fachliteratur, die unter Piraterie am meisten leiden dürfte." (Manuel Bonik)


Wer mit wissenschaftlicher Literatur zu tun hat, besitzt in der Regel einen Bibliotheksausweis für eine Universitätsbibliothek.

Dort kann er kostenfrei die ebooks als pdf auf seinen USB-Stick laden und nach Hause tragen.

Die Verlage erhalten insoweit eine Vergütung.

Wenn jemand diese wissenschaftliche Literatur anstelle der Bibliothek von Warez-Seiten bezieht, kann ich noch keinen wirklichen Schaden für die Verlage erkennen.

Manuel Bonik hat gesagt…

Bei den Wissenschaftsverlagen geht es zusehends nur indirekt um Verkäufe an Endkunden wie z. B. Studenten, sondern die verkaufen Flatrates an Bibliotheken. Da stellt sich das Ersatzproblem dann auf etwas andere Weise. Zum Beispiel gab es unlängst den Fall, dass die Uni Konstanz dem Elsevier-Verlag gekündigt und gesagt hat, dass sie stattdessen "alternative Beschaffungswege" bemühen möchte:

http://www.buchreport.de/nachrichten/verlage/verlage_nachricht/datum/2014/03/27/teurer-als-die-wissenschaft-erlaubt.htm?no_cache=1?no_cache=1

(Womit ich mich keinesfalls zum Vertreter der Preispolitik von Elsevier machen möchte.)